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gut gelöste konflikte stärken

eye movement desensitization and reprocessing

Eye Movement Desensitization and Reprocessing ist eine Methode der Psychotherapie, die ursprünglich für die Verarbeitung von emotionalem Stress durch erlebte traumatische Ereignisse in den Jahren 1987 - 1991 von der Literaturwissenschaftlerin und Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelt wurde.

Alles begann mit einem Zufall: Auf einem Spaziergang bemerkte Dr. Shapiro, dass stark belastende Gedanken plötzlich verschwanden und nicht wieder kamen. Sie recherchierte, was an diesem Spaziergang so besonders war und fand heraus, dass ihre Augen sich ständig – bedingt durch den Lichteinfall der Bäume – hin und her bewegten. Aus diesen zufälligen Augenbewegungen entwickelte Dr. Shapiro das Konzept einer Serie von gezielten Augenbewegungen, genannt "bilaterale Stimulation".

In seiner ursprünglichen Form sah das Setting vor, dass der Klient mit seinen Augen den Bewegungen der Hand des Therapeuten folgt, während er gleichzeitig mit seiner Aufmerksamkeit auf einen Moment der inneren Wahrnehmung gerichtet ist.

Da sich das Verfahren anfangs bei dieser dualen Aufmerksamkeitsfokussierung ausschließlich der visuellen Stimulierung (Eye) bediente, erhielt es den Namen EMDR. Heute werden neben den klassischen Augenmustern noch differenziertere Bewegungen sowie auch auditive und kinästhetische Stimulationsformen eingesetzt.

Das Arbeiten mit EMDR umfasst darüber hinaus Ressourcenübungen, stärkende Imaginationsübungen, Verankerung positiver Ich-Zustände (NLP-Techniken) und Entspannungstechniken.

Inzwischen ist EMDR intensiv beforscht und weiterentwickelt worden. Seit 2013 ist EMDR auch von der WHO (World Health Organization) als eine von zwei Methoden zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bei Erwachsenen anerkannt und zählt weltweit zu den effektivsten Psychotherapiemethoden bei diesem Krankheitsbild (Tesarz, Seidler, Eich 2018).

Mittlerweile findet EMDR u.a. erfolgreich Anwendung bei

·       Angststörungen

·       Psychosomatischen Störungen

·       Schmerzzuständen

·       Pathologischer Form der Trauer

·       Burnout Syndrom

·       Veränderung unerwünschter Verhaltensweisen.

Mit EMDR werden Muster unterbrochen, und machen den Weg frei für eine hirnphysiologische Reorganisation, so dass etwas Neues entstehen kann. Das neuronale Belastungsnetzwerk wird mit dem neuronalen Ressourcennetzwerk verknüpft. Neue Gedanken, Bewertungen, Emotionen und Verhaltensweisen in Bezug auf die belastenden Erfahrungen können entstehen (Zimmermann 2020).

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